Johannes Herrmann Verlag



Andrea Neidig:


Englisch und Spanisch im Kontakt


Das Yanito in Gibraltar
Eine soziolinguistische Untersuchung




ISBN: 978-3-937983-14-1


Titel: Yanito



Die vorliegende Arbeit von Andrea Neidig über das Yanito in Gibraltar bildet den Auftakt der Reihe "Kölner Arbeiten zu Sprache und Kultur".

In der Arbeit von Andrea Neidig geht es um die Untersuchung der Sprachkontaktsituation in der ehemaligen englischen Kronkolonie Gibraltar. Aufgrund der historischen Entwicklung werden auf Gibraltar sowohl Englisch als auch Spanisch gesprochen. Daneben hat sich eine landeseigene Mischform entwickelt, das so genannte Yanito, welches lediglich im mündlichen Kommunikationsbereich gebraucht wird. Im Gegensatz zu anderen Sprachkontaktsituationen, wie beispielsweise zwischen Englisch und Spanisch in den USA, ist die Situation in Gibraltar von besonderen Merkmalen gekennzeichnet, deren historische Ursachen die Autorin eingehend analysiert.

Einleitend weist sie auf ein Desideratum in der soziolinguistischen Forschung hin. Während beispielsweise das Spanglish als Beispiel für den Kontakt zwischen Spanisch und Englisch in den USA Gegenstand sehr umfangreicher Untersuchungen war und ist, wird oft "schlichtweg übersehen", dass sich eine solche besondere Situation auch in Europa findet: "Kaum ins Auge gefasst wurde dagegen die Tatsache, dass die ehemals letzte Kronkolonie Europas (…), die nun formal als British Overseas Territory bzw. britisches Überseegebiet bezeichnet wird und die im Laufe ihrer Geschichte durch verschiedene Bevölkerungsgruppen geprägt wurde, auch ein Ort ist, an dem seit mehr als 300 Jahren mehrere Sprachen gesprochen werden."

Es gelingt der Verfasserin, die Rolle und Bedeutung von Englisch und Spanisch in den verschiedenen Bereichen der öffentlichen Kommunikation nachvollziehbar zu beschreiben und die entsprechenden Domänen zu charakterisieren. Sie kann nachweisen, dass die Anwendung von Code-Switching durch die Sprecher in Gibraltar in verschiedenen Kommunikationssituationen gleichsam ein Mittel des Ausdrucks ihrer eigenen kulturellen Identität und Andersartigkeit sowie der Abgrenzung ist. Als verdienstvoll ist hier anzusehen, dass sie durch ihre Untersuchung dem Phänomen des Code-Switching sein negatives Image nimmt und es widerlegt. Sie charakterisiert Code-Switching in Gibraltar als ein vielfältiges Instrument, mit Hilfe dessen in Gesprächen diskursstrategische Effekte erzielt werden.

Es sei hier nochmals darauf verwiesen, dass die Forschungen zum Yanito bisher sehr zögerlich erfolgten und nur sehr wenige fundierte Arbeiten zum Thema vorliegen. Deshalb hat Andrea Neidig mit ihrer Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur linguistischen Forschung und zur Beleuchtung des weitgehend ungeklärten Status von Yanito geleistet.

Abschließend weist sie auf offenen Forschungsbedarf hin und formuliert relevante Fragestellungen für eine weiterführende Beschäftigung mit diesem noch wenig erforschten Gebiet, welches sie als "ein fruchtbringendes und facettenreiches Beispiel für die Sprachkontaktforschung" charakterisiert.

Prof. Dr. Angelika Hennecke





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Preis: 16 Euro (inkl. 7% Mehrwertsteuer), 120 Seiten
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