Johannes Herrmann Verlag



Paul Sarazin:


Fremde Heimat Deutschland


Eine diskursanalytische Studie über die nationale Identität der deutschstämmingen Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion




ISBN: 978-3-937983-05-9


Titelbild: Aussiedlerbuch




Die Situation vieler Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland ist paradox: Per Gesetz und Selbstverständnis sind sie eindeutig Deutsche. Auch in ihrem Herkunftsland galten viele von ihnen als Deutsche, die gerade auch durch ihre besondere Kultur auffielen und sich von den anderen Völkern der ehemaligen Sowjetunion unterschieden – in Deutschland dagegen werden sie heute oft als Fremdkörper wahrgenommen und als »Russen« bezeichnet.

Viele Aussiedler waren, als sie nach Deutschland kamen, überrascht von der sozialen Wirklichkeit ihrer neuen »Heimat«, die nicht in allen Punkten ihrer Erwartung entsprach. Ihre Situation heute ist, geprägt durch die besondere Geschichte der Russlanddeutschen, einzigartig und spannend: Wie arrangieren sich die Aussiedler mit ihren Erwartungen, ihrer speziellen Kultur und Geschichte, in ihrem neuen sozialen Umfeld? Wie verstehen sie die »deutsche Nation« und wie verorten sie sich selbst darin?

Das vorliegende Werk lässt einerseits eine Gruppe der Aussiedler ausführlich zu Wort kommen. Andererseits versucht der Autor gerade nicht, die Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion aus der Perspektive eines »Deutschlanddeutschen« heraus zu verstehen, sondern er nimmt als britischer Staatsbürger die Sichtweise eines externen Beobachters ein. Dies macht den besonderen Reiz des Buches aus: Den interviewten Aussiedlern wird viel Raum gelassen. Ihre Aussagen werden detailliert wiedergegeben und der Autor versucht, ihre Einstellungen und Gefühle von außen zu verstehen und zu erklären. Dabei versucht der Autor nicht, wertneutral zu scheinen, sondern er versteht Sozialforschung als notwendigerweise wertgeleitet und bezieht an geeigneter Stelle deutlich Position.

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